Lohnbuchhalter werden: Wege, Aufgaben, Gehalt und Nachfrage
Eine eigene Ausbildung zum Lohnbuchhalter gibt es nicht. Wer die Lohnabrechnung zum Beruf machen will, kommt über die Ausbildung zur Steuerfachangestellten, eine kaufmännische Ausbildung oder eine Fortbildung dorthin.
Eine eigene Ausbildung zum Lohnbuchhalter gibt es nicht. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit erwarten Arbeitgeber häufig eine kaufmännische Aus- oder Weiterbildung, typische Wege sind die Ausbildung zur Steuerfachangestellten oder eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Fortbildung, etwa zum Fachassistenten Lohn und Gehalt bei der Steuerberaterkammer. Laut Entgeltatlas liegt das mittlere Bruttomonatsentgelt in Vollzeit bei 4.451 Euro bundesweit und 5.355 Euro in München (Datenstand 2025).
Was macht ein Lohnbuchhalter?
Lohnbuchhalter rechnen Löhne und Gehälter ab und sorgen dafür, dass Steuern und Sozialversicherungsbeiträge rechtzeitig und in richtiger Höhe abgeführt werden. Das BERUFENET der Bundesagentur beschreibt die Aufgaben so: Lohn- und Gehaltsbuchhaltung organisieren und überwachen, Entgeltabrechnungen erstellen, Lohnkonten führen, Bescheinigungen ausstellen, Personaldaten erfassen, das monatliche und jährliche Meldewesen erledigen, Beitragsnachweise erstellen und die Lohnsteuer-Anmeldung an das Finanzamt übermitteln.
Der Takt ist monatlich. Die Lohnsteuer-Anmeldung muss spätestens am zehnten Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums beim Finanzamt sein (§ 41a EStG). Die Sozialversicherungsbeiträge werden spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats fällig (§ 23 SGB IV). In einem Unternehmen betreuen Lohnbuchhalter die eigene Belegschaft. In einer Steuerkanzlei rechnen sie für mehrere Mandanten ab, die aus verschiedenen Branchen kommen können.
Fachlich verbindet der Beruf drei Gebiete: Lohnsteuerrecht, Sozialversicherungsrecht und Arbeitsrecht. Dazu kommt Diskretion, denn Lohndaten enthalten Gehälter, Fehlzeiten und persönliche Angaben der Beschäftigten.
Welche Wege führen in die Lohnbuchhaltung?
| Weg | Abschluss | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Ausbildung Steuerfachangestellte | Abschlussprüfung vor der Steuerberaterkammer | 3 Jahre Ausbildung in einer Kanzlei |
| Kaufmännische Ausbildung | Abschlussprüfung, etwa vor der IHK | 3 Jahre, etwa Kaufleute für Büromanagement |
| Fachassistent Lohn und Gehalt | Fortbildungsprüfung vor der Steuerberaterkammer | Berufsabschluss oder Studium plus Praxis in einer Kanzlei |
| Lohnbuchhalter/-in (IHK) | IHK-Zertifikat nach Lehrgang und Test | keine Vorkenntnisse nötig (Beispiel IHK Rhein-Neckar) |
| DATEV-Anwender Lohn und Gehalt | DATEV-Zertifikat | Kurs bei einem DATEV-Bildungspartner |
Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Die Entgeltabrechnung ist eine der acht berufsprofilgebenden Positionen der Ausbildungsordnung (§ 4 Abs. 2 StFachAngAusbV). Wer die drei Jahre in einer Kanzlei absolviert, rechnet also schon in der Ausbildung Löhne ab.
Kaufmännische Ausbildung. Das BERUFENET nennt unter anderem Kaufleute für Büromanagement, Industriekaufleute, Personaldienstleistungskaufleute, Sozialversicherungsfachangestellte und Verwaltungsfachangestellte als Zugangsberufe.
Fachassistent Lohn und Gehalt. Diese Fortbildung schließt mit einer Prüfung vor der Steuerberaterkammer ab. In München werden Sie zugelassen, wenn Sie als Steuerfachangestellte mindestens zwei Jahre im Steuer- und Rechnungswesen bei einem Steuerberater oder einer vergleichbaren Stelle gearbeitet haben. Hochschulabsolventen mit mindestens dreijährigem betriebswirtschaftlichem Studium brauchen ebenfalls zwei Jahre, Absolventen einer gleichwertigen kaufmännischen Ausbildung vier Jahre, davon drei bei einem Steuerberater oder einer vergleichbaren Stelle. Ohne solche Ausbildung sind sechs Jahre nötig, davon fünf in diesem Umfeld. In allen Fällen müssen es mindestens 16 Wochenstunden sein, überwiegend in der Entgeltabrechnung. Die Prüfung besteht aus einer vierstündigen Klausur und einer mündlichen Prüfung. Auf den schriftlichen Termin am 14. Oktober 2026 folgt der am 13. Oktober 2027, Anmeldeschluss dafür ist der 30. Juni 2027.
IHK-Lehrgänge. Mehrere Industrie- und Handelskammern bieten Zertifikatslehrgänge an. Die IHK Rhein-Neckar etwa schreibt den Lehrgang Lohnbuchhalter/-in (IHK) mit 60 Stunden online aus. Er richtet sich an Einsteiger und endet nach einem schriftlichen Online-Test mit einem IHK-Zertifikat.
DATEV-Zertifikat. Das Zertifikat DATEV-Anwender Lohn und Gehalt erwerben Teilnehmende eines Kurses bei einem Bildungsinstitut der DATEV-Bildungspartnerschaft. Die Online-Prüfung umfasst 40 Fragen in 120 Minuten, bestanden ist sie ab 61 Prozent der Punkte.
Was verdienen Lohnbuchhalter?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für Lohn- und Gehaltsbuchhalter in Vollzeit folgende Bruttomonatsentgelte (Datenstand 2025):
| Region | Unteres Quartil | Median | Oberes Quartil |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 3.601 € | 4.451 € | 5.641 € |
| Bayern | 4.668 € | ||
| München | 4.354 € | 5.355 € | 6.623 € |
Der Entgeltatlas weist diese Werte für die gesamte Berufsgattung „Berufe in der Buchhaltung, komplexe Spezialistentätigkeiten“ aus. Dazu gehören auch Bilanzbuchhalter und Fachkaufleute für Finanzbuchführung. Ein reiner Lohnbuchhalter-Wert ist dort nicht ausgewiesen. Für Steuerfachangestellte in München nennt er zum Vergleich einen Median von 4.664 Euro. Mehr dazu im Beitrag zum Gehalt von Steuerfachangestellten in München.
Werden Lohnbuchhalter gesucht?
In der Steuerberatung ja, in der Buchhaltung auf Spezialistenniveau stellt die Bundesagentur für Arbeit 2025 keinen Engpass fest. Sie bewertet jedes Jahr in der Fachkräfteengpassanalyse, in welchen Berufen Fachkräfte fehlen. Ab einem Punktwert von 2,0 gilt ein Beruf als Engpassberuf, unter 1,5 als kein Engpassberuf.
| Berufsgruppe (Anforderungsniveau) | Punktwert 2025 | Vakanzzeit (Median) | Arbeitsuchende je gemeldeter Stelle |
|---|---|---|---|
| Buchhaltung (Spezialist) | 1,3 | 73 Tage | 4,9 |
| Steuerberatung (Fachkraft) | 2,5 | 118 Tage | 1,0 |
| Steuerberatung (Spezialist) | 2,5 | 142 Tage | 1,2 |
Lohnbuchhalter ordnet die Bundesagentur der Buchhaltung auf Spezialistenniveau zu, mit 1,3 Punkten gilt diese Gruppe nicht als Engpassberuf. In der Steuerberatung, wo Steuerfachangestellte unter anderem die Lohnbuchhaltung für Mandanten übernehmen, ist der Engpass dagegen auf allen drei bewerteten Anforderungsniveaus festgestellt, auch bei Experten mit 2,3 Punkten. Eine gemeldete Stelle blieb dort im Mittel 118 Tage offen. Die Werte gelten für Deutschland insgesamt, regional kann die Lage abweichen. Wie sich Automatisierung auf den Beruf auswirkt, steht im Beitrag Werden Lohnbuchhalter durch KI ersetzt?.
Kann jeder Lohnbuchhalter werden?
Formal ja. Lohnbuchhalter ist kein Ausbildungsberuf, die Bundesagentur führt die Tätigkeit als berufliche Einsatzmöglichkeit. Die Bezeichnung setzt keinen bestimmten Abschluss voraus. In der Praxis erwarten Arbeitgeber nach Angaben der Bundesagentur aber häufig eine kaufmännische Aus- oder Weiterbildung.
Gut geeignet ist, wer sorgfältig mit Zahlen umgeht, Fristen zuverlässig einhält und sich in Gesetzestexte und Tarifverträge einlesen mag. Grenzbeträge und Freibeträge in Lohnsteuer und Sozialversicherung werden regelmäßig angepasst. In der Lohnbuchhaltung gehört das Einarbeiten in neue Werte zur laufenden Arbeit.
So gehen Sie vor
- Ausgangslage prüfen: Mit einer Ausbildung als Steuerfachangestellte sind Sie nach zwei Jahren Praxis, überwiegend in der Entgeltabrechnung, zur Fortbildung Fachassistent Lohn und Gehalt zugelassen.
- Mit kaufmännischer Ausbildung steigen Sie in die Lohnbuchhaltung eines Unternehmens oder einer Kanzlei ein und ergänzen Ihr Wissen über einen Zertifikatslehrgang.
- Ohne kaufmännische Vorbildung ist ein IHK-Lehrgang ein Einstieg in das Fachwissen. Rechnen Sie damit, dass Arbeitgeber zusätzlich nach einer Ausbildung fragen.
- Termine vormerken: Für die Prüfung zum Fachassistenten Lohn und Gehalt in München am 13. Oktober 2027 endet die Anmeldung am 30. Juni 2027.
- Software lernen: Abgerechnet wird mit Programmen wie DATEV Lohn und Gehalt. Einen Einstieg bietet der Beitrag DATEV lernen.
Lohnbuchhaltung bei Dietrich, Süß & Jaschke
Die Lohn- und Gehaltsabrechnung gehört bei uns zum Leistungsbereich Finanz- und Lohnbuchhaltung, einschließlich der Begleitung von Lohnsteuer- und Sozialversicherungsprüfungen. Die Beschäftigten der Mandanten erhalten ihre Lohndokumente über DATEV Arbeitnehmer online. In der Stelle als Steuerfachangestellte betreuen Sie Mandanten in der Lohn- und Finanzbuchführung eigenverantwortlich, gefragt sind gute Kenntnisse im Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht.
Häufige Fragen
Wie wird man Lohnbuchhalter?
Über eine kaufmännische Ausbildung oder die Ausbildung zur Steuerfachangestellten, in der die Entgeltabrechnung fester Bestandteil ist. Darauf aufbauend gibt es die Fortbildung zum Fachassistenten Lohn und Gehalt bei der Steuerberaterkammer sowie Lehrgänge von IHK und DATEV.
Was verdient ein Lohnbuchhalter?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Lohn- und Gehaltsbuchhalter ein mittleres Bruttomonatsentgelt in Vollzeit von 4.451 Euro in Deutschland und 5.355 Euro in München aus (Datenstand 2025). Der Wert gilt für die gesamte Berufsgruppe der Buchhaltung auf Spezialistenniveau, zu der auch Bilanzbuchhalter gehören.
Werden Lohnbuchhalter gesucht?
In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit gelten Buchhaltungsberufe auf Spezialistenniveau nicht als Engpassberuf. Berufe in der Steuerberatung, zu denen Steuerfachangestellte mit Lohnbuchhaltung gehören, sind dagegen auf allen drei bewerteten Anforderungsniveaus Engpassberufe.
Kann jeder Lohnbuchhalter werden?
Lohnbuchhalter ist kein Ausbildungsberuf, die Bezeichnung setzt keinen bestimmten Abschluss voraus. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit erwarten Arbeitgeber aber häufig eine kaufmännische Aus- oder Weiterbildung.
Quellen
- 1. BERUFENET: Lohn- und Gehaltsbuchhalter/in · Bundesagentur für Arbeit · Stand Datenstand 05.10.2026
- 2. Entgeltatlas: Lohn- und Gehaltsbuchhalter/in · Bundesagentur für Arbeit · Stand Datenstand 2025, abgerufen Oktober 2026
- 3. Entgeltatlas: Steuerfachangestellte/r · Bundesagentur für Arbeit · Stand Datenstand 2025, abgerufen Oktober 2026
- 4. Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Bericht und Tabellen Deutschland) · Statistik der Bundesagentur für Arbeit · Stand Mai 2026
- 5. Presseinfo 32/2026: Fachkräfte bleiben knapp · Bundesagentur für Arbeit · Stand September 2026
- 6. Fachassistent Lohn und Gehalt · Steuerberaterkammer München · Stand Oktober 2026
- 7. Lohnbuchhalter/-in (IHK) - Webinar · IHK Rhein-Neckar · Stand Oktober 2026
- 8. DATEV-Zertifikat Lohn und Gehalt · DATEV eG · Stand Oktober 2026
- 9. § 4 Steuerfachangestellten-Ausbildungsverordnung - Ausbildungsberufsbild · Bundesministerium der Justiz · Stand Oktober 2026
- 10. § 41a Einkommensteuergesetz - Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer · Bundesministerium der Justiz · Stand Oktober 2026
- 11. § 23 SGB IV - Fälligkeit · Bundesministerium der Justiz · Stand Oktober 2026
Der Beitrag gibt den allgemeinen Rechtsstand zum angegebenen Datum wieder und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Er ist ein Beispieltext für die Demo-Website und wurde von der Kanzlei noch nicht freigegeben.
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